15.07.2017 // Freizeitsport // Nachrichten
Geschrieben von Jürgen Wenge

SVS-Jedermänner auf Städtereise im Osten nach Leipzig

Mein Leipzig lob`ich mir

SVS-Jedermänner und Freunde auf Städtereise im Osten Deutschlands

Schon Johann Wolfgang von Goethe hatte erkannt: „Die beste Bildung findet ein gescheiter Mensch auf Reisen." Was der Dichterfürst 1795 in Wilhelm Meisters Lehrjahren postulierte, schien auch den Griesheimer Jedermännern des SVS und ihren Freunden einzuleuchten, und so machte man sich in voller Bus-Besetzung auf den Weg nach Leipzig. Bevor die sächsische Metropole erreicht wurde, hielten sich die Reisenden jedoch erst einmal an den Luther-Spruch von Wein, Weib und Gesang. Realiter bedeutete dies eine Besichtigung der Sektkellerei „Rotkäppchen" in Freyburg. Die Griesheimer bestaunten den fünfstöckigen, in Fels getriebenen Keller, den denkmalgeschützten Lichthof und das Domkellergewölbe mit dem größten Cuv6efass Deutschlands. So richtig munter wurden die Südhessen bei der Wein- und Sektverkostung. Da der Stadtrundgang im Vorprogramm stattfand, gab es keine Ressentiments, die Köstiichkeiten des Reben-saftes mit und ohne perlende Kohlensäure im Weinbaugebiet Saale-Unstrut zu genießen. Frei nach Goethe ging es am folgenden Morgen weiter. Getreu seinem in dortigen Sphären vielzitierten Spruch: „Mein Leipzig lob' ich mir. Es ist klein Paris und bildet seine Leute." Also betrach­tete man zunächst vom Bus aus und dann per pedes die bekannten Stätten, wie die Thomaskirche, in der Johann Sebastian Bach einst wirkte und wo heutzutage hundert Thomanerknaben ihr gesang­liches Können darbieten. Ge­wandhaus, Nikolaikirche und den Marktplatz bekamen die Griesheimer ebenfalls zu Ge­sicht - alles nach der Wen­de aufs Beste restauriert und herrlich anzuschauen.

Am Abend folgte ein def­tiges Essen in Auerbachs Kel­ler. Wobei man wiederum an Goethe nicht vorbeikam. Denn dort soll der Dichter­fürst als Student durch zwei Holzbilder zu seinem „Faust" inspiriert worden sein. Dass den Griesheimern in trauter Runde bei Roulade und Kar­toffelklößen das Werk eines bekannten gebürtigen Darm­städters vor Augen war, wer­den die wenigsten bemerkt haben. Das wandfüllende Ju­gendstilgemälde „Euphorion" von Ludwig von Hofmann zierte den stirnseitigen ange­deuteten Gewölbebogen.

Die Niederlage Napoleons gegen die Truppen Öster­reichs, Preußens, Russlands und Schwedens im Jahre 1813 war Thema des nächsten Ta­ges - sinnbildlich dargestellt in Gestalt des Völkerschlacht­denkmals im Südosten Leip­zigs. Vom Architekten Bruno Schmitz entworfen und ein­geweiht am 18. Oktober 1913, beeindruckt es auch heute noch durch seine monumen­tale Größe. Wer die 91 Me­ter vom Fundament bis zur obersten Plattform zu Fuß er­klimmen wollte, hatte 500 Stu­fen zu überwinden. Wobei die in der Wand eingelassenen Ruhebänke der engen Wen­deltreppen dazu verführten, hin und wieder eine Rast ein­zulegen.

Die anschließende Fahrt um den Auensee mit einer „Pioniereisenbahn" Marke Liliput entlockte den Griesheimer keine allzu große Begeisterung. Dafür war das Abendprogramm um­so angenehmer. Hans-Georg Hertkorn hatte einen Kaba­rett-Abend in der Leipziger „Pfeffermühle" organisiert im Gegensatz zum kurzweiligen Programm des Abends waren die Darbietungen kein „D-saster".

Mit „Uta" und dem Dom von Naumburg endete das viertägige Programm - bei herrlichem Sommerwetter und mit einer gut gelaunten Gruppe, die dem Organisator der Reise, Hans Georg Hert­korn, recht herzlich dankte. Es blieben keine Wünsche offen, nur vielleicht die eine unge­klärte Frage: Was die Griesheimer Besucher in der „Me­phisto-Bar" des Auerbacher Kellers erwartethätte?hau.

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